Wann haben Sie das letzte Mal einen Radiospot gehört, in dem ein Unternehmen nach neuen Mitarbeitern gesucht hat? Ich persönlich kann mich an keinen einzigen Spot erinnern, bin mir auch gar nicht sicher, ob ich jemals einen Radiospot gehört habe, in dem ein Unternehmen seine offenen Stellen angepriesen hat.
Warum hört man so wenig Bewerbungsaufrufe im Radio? Sicherlich sind die Produktions- und Sendekosten nicht klein, aber eine über längere Zeit geschaltete Stellenanzeige bei einem der großen Jobportale kostet auch sein Geld. Ich bin der Meinung, dass gerade bei der Besetzung unbedingt benötigter Stellen eine Stellenanzeige über das Radio interessant ist, da über das Medium Radio eine hohe Reichweite angesprochen werden kann. Darüber hinaus hebt sich diese Methode der Bewerbersuche erheblich von dem fast schon „Einheitsbrei“ der großen Jobportale ab.
Was könnte eine erfolgreiche Bewerbersuche über das Radio ausmachen?
Meiner Meinung nach gibt es drei wichtige Faktoren, die bei der Suche nach neuen Mitarbeitern über das Radio wichtig sind:
- Der richtige Zeitraum:
Es macht wenig Sinn, den Radiospot zu Zeiten zu schalten, bei denen die potentielle Zielgruppe nicht oder nur zum Teil erreicht wird, wie bspw. über Mittag. Interessant sind meiner Meinung nach die vermehrten Ausstrahlungen des Spots freitags ab Nachmittag bis spät abends sowie sonntags am späten Nachmittag bis spät abends. Dies ist der Zeitpunkt, an dem die meisten Pendler von zuhause wieder zurück zu dem Ort fahren, an dem sie in der Woche arbeiten. Diese Pendler sind erfahrungsgemäß meist besserqualifiziert und wenn sie im Auto sitzen, was eine Vielzahl von Ihnen macht, wird oft auch Radio gehört. - Das richtige Sendegebiet:
Da der große Kreis an Pendler sehr interessant ist, sollten die Radiospots bei beliebten Radiosendern vorwiegend in Gebieten mit vielen Autobahnen ausgestrahlt werden. Interessant sind hier meiner Meinung nach Autobahnen vom Osten in den Süden / Westen und wieder zurück, da viele qualifizierte, potentielle Mitarbeiter in den neuen Bundesländern wohnen und unter der Woche in München, Stuttgart oder Frankfurt am Main arbeiten. - Die URL der Landing Page:
Weil ein Radiospot in der Regel nur wenige Sekunden dauert, ist die URL, unter der die ausführlichen Stellenanzeigen zu finden sind und die im Spot genannt werden sollte sehr wichtig. Diese sollte möglichst kurz und für den potentiellen Bewerber einprägsam sein. Die URL kann ein Verzeichnis innerhalb der Unternehmenspräsenz oder eine extra für den Spot registrierte, neue URL sein. Da es sehr wahrscheinlich ist, dass ein interessierter Bewerber später nach der im Spott genannten URL auch über eine Suchmaschine sucht, sollte die URL auch bei Google & Co. bekannt und indiziert sein.


Kommentare
Na sicher! Ein Jobangebot per Radio ist doch nichts außergewöhnliches. Vom Radiosender (war eigentlich klar, oder?) über den Baumarkt, Einzelhandelskette, Bank, Großbäcker, Versicherungsdienstleister, usw… – alles schon mal da gewesen. Nur leiden viele Menschen unter ihrem Kurzzeitgedächtnis: sie können sich nicht mehr als 7 Sätze aus gesprochenen Spots merken. Es fehlt einfach die visuelle Unterstützung um sich bewusst “erinnern” zu können. Bekanntlicherweise legt das Gehirn Informationen nicht als Buchstabenreihenfolge sondern in Form einfacher und komplexer Bilder (Sequenzen, Gefühle, Gerüche, Laute, usw.) ab. Möglicherweise hast auch du schon hunderte von solchen Spots im Radio gehört, kannst sie aber mangels Herstellungsmechanismen im Moment nicht bewusst “freischalten”.
Da stimme ich Mark vollkommen zu. Ich habe schon so viele Stellenangebote im Radio gehört und wusste 2 Minuten später schon nicht einmal mehr, wer da wen gesucht hat. Man erinnert sich ohne visuelles einfach schlecht und man hat auch selten direkt einen Stift bereit, wenn man ein Stellenangebot im Radio hört.