Mangelnde Führung ist einer der wichtigsten Hindernisse für den Unternehmenserfolg

Schlechte Führung ist das zweitgrößte Hindernis auf dem Weg zum Unternehmenserfolg. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von SCOPAR – Scientific Consulting Partners aus München, in der über 100 Teilnehmer (Führungskräfte, Mitarbeiter, Wissenschaftler und Berater) aus unterschiedlichen Unternehmen befragt wurden. Ausgangspunkt der Studie war die Frage, welches die wesentlichen Business-Killer sind, also interne Gründe, die den Erfolg des eigenen Unternehmens bremsen. Aus über 250 Einzelnennungen wurden folgende 10 Hindernisse auf dem Weg zum Erfolg eines Unternehmens identifiziert:

  1. Vision und Strategie
  2. Leadership
  3. Kommunikation
  4. Organisation
  5. Veränderung
  6. Priorisierung
  7. Kompetenz
  8. IT
  9. Informationsfluss
  10. Kunden und Wettbewerb

Schlechte Führung ist das zweit häufigste Hindernis auf dem Weg zum Erfolg eines Unternehmens. Aber warum?

Wichtige Signale und Impulse von Mitarbeitern werden überhört oder, bewusst unterdrückt

Oft werden in Unternehmen wichtige Signale und Impulse von Mitarbeitern, die oft nahe am Markt sind, überhört oder, noch schlimmer, bewusst unterdrückt. Gerade neue Mitarbeiter können wichtige Hinweise auf Veränderungspotenziale und sich verändernde Umgebungsvariablen geben. Man versucht, mit immer denselben Prozessen, Abläufen, Ideen, etc. noch mehr Erfolg zu generieren. Führt diese Strategie nicht zum Erfolg, wird das Alte überarbeitet oder in höherer Dosierung angewendet, statt über das Ausprobieren von etwas neuem nachzudenken. Alte Lösungen passen nicht zu neuen Problemen und Herausforderungen. Es gilt wohl vielerorts noch das HIPPO-Syndrom (highest paid persons opinion), anstatt auf die eigenen Mitarbeiter zu hören und damit den Finger am Puls der Zeit zu haben.

Schlechter Kommunikation, Machterhalt, Problem- statt Lösungsorientierung und Bequemlichkeit

Worin liegen die Ursachen für mangelndes Leadership bzw. fehlende Managementqualität und -kompetenz? Die Nennungen in der SCOPAR-Studie gehen von schlechter Kommunikation, Machterhalt (ist oft wichtiger als Ergebnis!), Problem- statt Lösungsorientierung bis hin zu einfacher Bequemlichkeit. Keine bzw. zu wenig ausgeprägte wirksame Führung und Monitoring, ungenügende Integration bzw. Akzeptanz, Abgehobensein vom Rest der Company bis hin zu zuviel Emotionen, zu viel persönlichen Animositäten und zu wenig konsequentes Handeln. Wenn man sich die Liste ansieht, muss man feststellen: keine Handlungsweise ist absurd genug, um sie nicht doch anzuwenden.

Fehlende Wertschätzung der Mitarbeiter

Auffällig ist zudem die oft fehlende Wertschätzung und Motivation von Mitarbeitern. Dies führt zu nörgelnden und zutiefst unzufriedenen Mitarbeitern. Diese übertragen ihren Unmut auf Kolleginnen und Kollegen oft unbewusst. Die Mitarbeiter sind nicht mit 100 % bei der Arbeit bzw. bei der Sache, wenn sie eigentlich lieber etwas anderes oder das, was sie tun, anders tun würden. Die wenigsten Firmen schaffen es laut SCOPAR, Mitarbeiter wirklich zu begeistern, so dass sie alles geben. Die Folgen sind innere Kündigung, Fluktuation und die Tatsache, dass viele Burn-Outs eher Bore-Outs sind.

Too much information about nothing

Ob die Hauptursache im Peter-Prinzip liegt, demzufolge jeder bis zu der Stufe aufsteigt, die eine Stufe über seiner Kompetenz ist, ist unklar. Einige Ursachen liegen jedoch ganz einfach bei der Überlastung des Topmanagements. Die Nicht-Erreichbarkeit von wichtigen Entscheidungsträgern und die damit verbundenen langen Organisationswege, bis alle Beteiligten zusammen kommen, tun das ihre, um die Situation zu verschärfen. Dazu kommt ein viel zu häufiger Wechsel im Management wenn es nicht läuft, wird ausgewechselt. Langfristige Bindungen und Richtungen können sich so nicht etablieren man macht weiter, wie immer. Die alte Managementqualifikation hält oft den zukünftigen, komplexen Anforderungen nicht stand. Auch die Auswirkungen der Nichtbeachtung bzw. das Fehlen einer konsistent gelebten und gepflegten Unternehmenskultur wird meist völlig unterschätzt. Schwache Führungskräfte, Too much information about nothing, die Produktion von Papier und nicht von Ergebnissen hat fatale Folgen: Demotivation der Mitarbeiter, mangelndes Vertrauen, fehlende Offenheit, ein schlechtes Betriebsklima und damit mangelnder Erfolg bis hin zum völligen Versagen der gesamten Organisation.

Führen = Kontrollwahn

Führung heißt auch loslassen. In vielen Unternehmen ist führen laut SCOPAR Führung gleichzusetzen mit Kontrollwahn. So kann sich das Unternehmen immer nur in der Geschwindigkeit der Führungskraft entwickeln. Führung heißt aber auch, Flexibilität in der Führung zuzulassen und je nach Bedarf des Mitarbeiters individuell zu führen.

Handlungsempfehlungen

Die SCOPAR – Scientific Consulting Partners gibt abschließend Unternehmen folgende drei Handlungsempfehlungen mit auf dem Weg:

  • Neue Weg gehen und dabei im partizipativen, offenen Dialog über alle Ebenen das Wissen und die Stimmung der Mitarbeiter einfließen lassen
  • Empathie schärfen und auf die Kommunikation achten
  • Delegieren statt Klammern und Coachen statt dirigieren

Hier finden Sie die komplette Studie von SCOPAR. (PDF)

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