Die Online Jobbörse www.stepstone.de hat in einer aktuellen Studie rund 4.500 Fach- und Führungskräfte zu ihrem Bewerbungsverhalten befragt. Wie Jochen Mai treffend formuliert, ist das Ergebnis mit der Einschränkung zu betrachten, dass in der Studie die Teilnehmer online befragt wurden und ausschließlich Printmediennutzer in den Ergebnissen nicht auftauchen.
Die Erkenntnisse der StepStone-Studie im Überblick:
- Fast zwei Drittel der Bewerber (64,9 Prozent) bevorzugen Online-Bewerbungen per E-Mail. Nur 23,5 Prozent setzen auf postalische Bewerbungen.
- Nahezu neun von zehn Fach- und Führungskräften (86,8 Prozent) nutzen Online-Stellenbörsen, um dort nach neuen beruflichen Herausforderungen zu suchen.
- 21,9 Prozent der Bewerber verzichten aus Karrieregründen auf eine Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken. Weitere 35,7 Prozent achten darauf, in diesen nicht zu viel von sich preis zu geben.
- Die Jobsuche von Fach- und Führungskräften findet größtenteils in der Woche statt. 74,6 Prozent der Bewerber nutzen Wochentage dafür. Schlussfolgerung: Bewerber warten nicht mehr bis zum Samstag, um Stellenanzeigen in Tageszeitungen zu finden, sondern bestimmen den Zeitpunkt ihrer Jobsuche selbst.
- Rat zum Thema Bewerbung holen sich Kandidaten kaum noch in Buchhandlungen. Die Mehrheit informiert sich diesbezüglich online. 64 Prozent nutzen dazu Online-Jobbörsen, 45,3 Prozent zusätzlich spezielle Bewerbungsportale.
- Individuelle Anschreiben und Lebensläufe stehen bei Bewerbern nicht hoch im Kurs. Nur 46,7 Prozent erstellen individuelle Anschreiben, sogar nur 19.4 Prozent setzen auf segmentierte Lebensläufe.
- 54,7 Prozent der Kandidaten bleiben auch nach einer Zusage weiterhin auf Jobsuche und damit ansprechbar für andere Unternehmen.
An den Aussagen finde ich zwei Punkte besonders interessant:
- Die Jobsuche von Fach- und Führungskräften findet größtenteils in der Woche statt.
In der Woche? Womöglich noch zur Arbeitszeit? Jein! Die Mehrheit der Befragten gab an, dass die Recherche nach einem neuen Job vor oder nach der Arbeit erledigen. Dennoch gaben 22,5 Prozent der Fach- und Führungskräfte an, dass sie dazu auch die Arbeitszeit nutzen. 13,4 Prozent erstellen ihre Bewerbungen sogar während der Arbeitszeit. In meinen Augen ein Unding! - 54,7 Prozent der Kandidaten bleiben auch nach einer Zusage weiterhin auf Jobsuche
Über 50 Prozent der befragten Fach- und Führungskräften bleiben auch nach einer Zusage auf Jobsuche. Ein Unternehmen muss sich kann sich nicht sicher sein, dass der gewünschte Kandidat auch wirklich ins Unternehmen eintritt. Dessen sollte man sich bewusst sein und möglichst die Tür zu „B-Kandidaten“ nie ganz schließen.


Kommentare
Ich habe auch mal einen Mitarbeiter “erwischt”, als er grad dabei war, eine Bewerbung am Arbeitsplatz zu schreiben. Sowas darf nicht passieren!
Da immer mehr Bewerbungen / neue Jobs über Social Media angebahnt werden, wird die Zahl der Mitarbeiter die Arbeitszeit zur Jobsuche verwenden noch höher werden. Zeigt ebenfalls, wass ja auch andere Studien belegen, dass die Bindung an den Arbeitgeber häufig nicht so fest ist.